Streichbogenbeschreibung

1 = Bogenbewicklung (hier Draht)
2 = Bogenhaare (echt Pferdehaar)
3 = Schübchen (echt Perlmutter)
4 = Auge (echt Perlmutter)
5 = Pariser Augenring (Metall)
6 = Zwickel (Metall)
7 = Bogenstange
8 = Beinchchen (hier dreiteilig)

Dass für den Streicher ein guter Bogen mindestens so wichtig ist wie ein gutes Instrument, ist nicht jedem bekannt. Nur all zu oft wird der Streichbogen fälschlicherweise als „Zubehör“ abgewertet.

Der Streichbogen
Folgende Eigenschaften sollte ein guter Bogen aufweisen:
Neben dem einwandfreien Bogenmaterial und sorgfältiger handwerklicher Ausführung, kommt es auf eine ideale Gewichtsverteilung, ideale Schwerpunktlage und Federkraft bei grosser Stabilität und Standfestigkeit an.
Qualitätsansprüche sind Elastizität, Spannkraft und dauerhafte Härte und dies auch über Jahre hinaus, selbst bei stärkster Beanspruchung.
Die Gewichtsverteilung, Schwerpunktlage und das Gesamtgewicht des Bogens ist wegen den grossen Beschleunigungs- und Bremskräften, welche beim schnellen Spielen auftreten und vom Arm geleistet werden müssen, äusserst wichtig.
Beim Violinenbogen geht man von einem Gesamtgewicht von ca. 58 – 64 g und dem Schwerpunktabstand vom Bogenstangenende von 24 – 25 cm aus.

Die Streichbogenstange
Eine ganze Anzahl von Hölzern standen den früheren Bogenmachern zur Verfügung, die mehr oder weniger den Ansprüchen genügten.
Es ist Francois Turte, um 1800 zuzuschreiben, dass er in langen Versuchen ein Holz fand, welches den hohen Ansprüchen gerecht wurde. Dieses Holz fand er bei Versuchen mit Holz von Holzfässern aus Brasilien in denen Zucker nach Europa importiert wurde.
Der Name des Holzes ist Pao Brasil, in Streichbogenfachkreisen ist es unter Fernambukholz bekannt.
Aufgrund der sehr hohen Qualitätsanforderungen können für den Streichbogenbau nur ca. 8-10 % des importierten Holzes verwendet werden.
Dem Holz wird während der Lagerung über einen Zeitraum von ca. 20 Jahren, kontrolliert die Feuchtigkeit entzogen. Aus diesem Grund sind die Preise für solche Hölzer dementsprechend hoch.
            
Streichbogenstange aus Carbon
Mit dieser neuesten Entwicklung ist es gelungen die Vorteile des Materials Carbon für die Bogenstange zu nutzen und gleichzeitig die gewohnte Qualität des
Ebenholzfrosches beizubehalten.
Elastizität, Spannkraft, ideale Gewichtsverteilung und Federkraft bei grosser Stabilität unterstreichen die hohe Qualität des Bogens.
Dauerhafte Härte, und dies auch über Jahre hinaus, selbst bei stärkster Beanspruchung werden prognostiziert. Darüber hinaus sind die Carbonbogen gut geeignet für Schüler, weil sie wesentlich bruchfester sind als herkömmliche Bogenstangen.
Namhafte Bogenmacher bestätigen eine hohe Qualität.

Die Streichbogenhaare
Noch heute werden hierfür Pferdeschweifhaare verwendet.
Die Qualität richtet sich nach Länge, Elastizität, Farbe und Aufbau.
Für den Bezug eines Violinenbogens benötigt man ca. 5 - 6 gr. Haare.
Bei einem einwandfreiem Bezug sollte eine Spannung von ca. 3 - 5 mm ausreichen, um den Streichbogen spielbar zu machen.
Bei einem korrekten Bezug müssen alle Haare in einer Ebene liegen und gleichmässig angespannt sein, wobei in der Bogenstangenmitte der Abstand der Streichbogenhaare von der Bogenstange auf keinen Fall grösser sein soll als der Bogenstangendurchmesser an dieser Stelle, wenn der Bogen spielbereit ist.

Der Streichbogenfrosch
Der Frosch dient zum einen als Spannvorrichtung und zum anderen als Gewichtsausgleich.
Je nach der Qualität der Bogenstange wurden in der Vergangenheit die Materialien Ebenholz, Elfenbein und Schildpatt verwendet. Heute finden die Materialien Ebenholz, Mammut, Horn, Schildpatt- und Ebenholzimitation aus Kunststoff für den Frosch Verwendung.
Zum schöneren Aussehen werden die Streichbogenfrösche mit Perlmuttereinlagen und Metallteilen aus Neusilber, Silber oder Gold verziert.

Die Streichbogenpflege
Grundsätzlich sollte der Streichbogen nie großen Temperaturschwankungen ausgesetzt werden. Achten Sie darauf, dass Sie Ihren Streichbogenbogen nie auf unebenen Unterlagen lagern. Am Besten ist er neben der Geige im Kasten aufgehoben. Damit die Spannkraft nicht verloren geht, ist es wichtig den Streichbogen nach jedem Spiel zu entspannen. Mit Kolophonium sollten Sie sparsam umgehen und den Staub von der Stange mit einem sauberen Tuch abwischen. Festsitzender Staub kann vorsichtig mit etwas Spiritus entfernt werden. Mit einem Metallputzmittel können Ring, Schraube und Zwickel geputzt werden. Bei Schwergängigkeit der Schraube hilft ein Tropfen Nähmaschinenöl. Abhängig von der Intensität der Nutzung ist ein Streichbogen ein- bis zweimal pro Jahr neu zu behaaren.

Das Kolophonium
Der Name ist von der lydischen Stadt Kolophon (Türkei, Region um Izmir) abgeleitet, die als antikes Handelszentrum für Kolophonium gilt. Kolophonium ist ein natürliches Harz, das aus verschiedenen Baumarten (bei uns von Eichen) gewonnen wird. Ein mit diversen Substanzen veredeltes Kolophonium wird auch als Bogenharz bezeichnet, da die Streichbogenhaare mit einem Harzstück eingerieben werden müssen, um Saitenschwingungen zu erregen. Tänzer benutzen Kolophonium für ihre Spitzenschuhe, die dadurch weniger rutschig sind. Teilweise tragen Kletterer Kolophonium auf die Hände auf, um die Haftung auf den Felsen zu verbessern.

Die Geige
Eigentlich bezeichnet man mit “Geige” alle Saiteninstrumente, die mit einem Bogen gestrichen werden. In diesem Sinne gehören also z.B. auch Bratschen (Viola) und Cello zu den Geigen. Was man heute als Geige bezeichnet, ist eine “Violine”. Das Wort bedeutet “kleine Viola”. “Viola” war einst die Bezeichnung für Saiteninstrumente, die mit dem Bogen gestrichen werden, heute ist es der Name für die Bratsche.

icon_topofpage

nach oben

Wir bieten Kompetenz, hohe Produktqualität, faire Preise und rasche Bestellabwicklung

[Home] [Standardbogen] [Carbonbogen] [Meisterbogen] [Schülerbogen] [Sonderangebote] [Bogen f Sing Säge] [Singende Säge] [Kolophonium] [Zubehör & Bücher] [Geigen & Sets] [Informationen] [Versandkosten] [Liefer-/Zahlungsb.] [Kontakt] [Datenschutz] [Impressum]